Ergotherapie im CIC

einmalig in Hannover und in den westdeutschen Bundesländern

seit vielen Jahren Erfahrung mit CI-versorgten Kindern

Grundlage für eine optimale Hör- und Sprachentwicklung

Liebe Eltern,

Sie wissen alle, wie frühzeitig sich jedes Kind individuell entwickelt, wie unterschiedlich sich die Fortbewegung, die Sprache, das Spielen und die Interessen entfalten. Wir wissen heute auch schon, dass sich in der Schwangerschaft alle fünf Sinne (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken)  beginnen zu entwickeln, miteinander korrespondieren / sich vernetzen  und aufeinander aufbauen.

Umso mehr müssen wir uns vorstellen, welche gravierenden Auswirkungen es für die Reifung des Kindes hat, wenn `nur` (mindestens) ein Baustein davon nicht angelegt bzw. beeinträchtigt ist; bei Ihrem Kind - das Hören.

Im Unterschied zu hörgeschädigten Erwachsenen steht das Kind noch am Anfang seiner Entwicklung, insbesondere der Motorik, der Sprache und der emotionalen Entwicklung.

Deshalb ist es umso wichtiger, früh genug Abweichungen von der normalen Entwicklung durch Ergotherapie zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken. Ergotherapeutische Maßnahmen bilden bei einigen Kindern die Basis, um in Verbindung mit der Hörversorgung eine adäquate Hör- und Sprachentwicklung zu gewährleisten.

Beobachten Sie an Ihrem Kind z.B.: 

  • verzögerte motorische Entwicklung (Vermeiden der Bauchlage, Überstreckung des Kopfes, spätes Laufen lernen, Gleichgewichtsunsicherheiten, verstärktes Fallen mit größeren Verletzungen)
  • motorische Unruhe , ist ängstlich, schreit viel
  • herabgesetztes, Schmerz- und Temperaturempfinden
  • mag nicht schaukeln
  • mutig in den Bewegungen, wenig Gefahrenbewusstsein
  • hat keine Idee, wie es klettern soll
  • mag Ihre Berührungen nicht, schaut Sie wenig an

 …dann können in der Ergotherapie die notwendigen Grundlagen für die neurologische Entwicklung Ihres Kindes erarbeitet werden.

Was ist Ergotherapie in der Pädiatrie?

Ergotherapie hat als Ziel: die Verbesserung bedeutungsvoller Betätigungen und Teilhabe in den Bereichen
der Selbstversorgung – körperliche Versorgung, der alltäglichen Routine, Mobilität
der Produktivität - Spiel, Kindergarten, Schule, Haushalt
der Freizeit - ruhige und aktive Freizeit, soziales Leben
in der persönlichen Umwelt.

Bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen besteht ein Behandlungsbedarf bei:

  • Körperlichen, geistigen und emotionalen Entwicklungsrückständen, -verzögerungen oder störungen
  • Störungen oder Ausfällen des Bewegungsapparates mit und ohne ZNS-Beteiligung
  • Störungen bei der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen
  • Verhaltens- und/oder Anpassungsstörungen
  • Lern- und Schulstörungen 

Ablauf in der Ergotherapie:

Erstvorstellung Ihres Kindes in den ersten Tagen der Erstanpassung:
Elternbefragung, Beobachtung, Erstbefundung

Wird Förderbedarf festgestellt, besprechen wir gemeinsame Zielvorstellungen und Termine. Sie erhalten bereits in diesem Elterngespräch erste Tipps, wie Sie zu Hause üben können. Ihr Kind erhält Termine während der Rehaaufenthalte in der Ergotherapie. Regelmäßig schätze ich die aktuelle Entwicklung Ihres Kindes ein. Wo es sinnvoll oder notwendig ist, empfehle ich ambulante Ergotherapie an Ihrem Wohnort. Dazu stellt der Kinderarzt eine Verordnung für Ergotherapie aus und Sie suchen sich eine Praxis in der Nähe (oder der Kinderarzt empfiehlt eine). Mit den Therapeuten im CIC, aber auch an Ihrem Heimatort sowie mit weiteren Förderfachkräften, die Ihr Kind mitbetreuen,  tausche ich mich regelmäßig in Fallbesprechungen aus.

Zeigt sich das Kind unauffällig in der Entwicklung, ist Ergotherapie momentan nicht notwendig. Es besteht für Sie als Eltern jedoch jederzeit die Möglichkeit der Wiedervorstellung.

Warum ist die Ergotherapie im CIC Hannover einmalig und nicht wegzudenken?

Die Ergotherapie im CIC arbeitet zeitnah nach der Erstanpassung, um möglichst parallel mit dem Beginn der Hör- und Sprachanbahnung Förderdiagnostik anzubieten und bei möglichen Abweichungen bzw. Verzögerungen schnell Unterstützung und Beratung anzubieten.

Hier findet die Ergotherapie nicht losgelöst von der Sprachtherapie statt, sondern in Zusammenarbeit. Die Therapeuten sind im engen Austausch miteinander, um optimale Entwicklungsbedingungen im Interesse des Kindes zu besprechen und zu schaffen. 

Die Ergotherapie ermöglicht es, z.B. Kinder mit unterschiedlichen Erregungsniveaus durch entsprechende Übungen auf die nachgeschaltete Sprachtherapie vorzubereiten, um dort ihre Fähigkeiten abrufen zu können. Weiterhin können direkt Tipps z.B. zur Sitzoptimierung und damit zur Konzentrationsverbesserung für die Sprachtherapie gegeben werden.

In Co-Therapien arbeiten Therapeuten unterschiedlicher Fachbereiche in einer Therapieeinheit eng zusammen. Die Ergotherapeutin übernimmt dabei das Handling, um z.B. auch mehrfachbehinderte Kinder außerhalb des Rollstuhles in unterstützender Sitzposition die Aufrichtung aktivieren zu können und somit eine höhere Effizienz in der Kommunikationsanbahnung zu ermöglichen.

Viele Kinder müssen erst Bewegungserfahrungen in den grundlegenden Wahrnehmungsbereichen (propriozeptiv-kinästheitisch, vestibulär) nachholen, um Körpererfahrungen machen zu können, die nun mit dem wachsenden Hörsinn auf neuronaler Ebene verschaltet werden. Dies sind Basisinformationen für die motorische und dann auch für die sprachliche Entwicklung.

Der Spielplatz und die großzügigen Freiflächen werden für die Therapien genutzt, um den Eltern alltagsnahe Situationen und Übungsmöglichkeiten nahe zu bringen. Die schrägen Ebenen können z.B im Sinne einer Sensorischen Integrationstherapie für die geradlinige Beschleunigung genutzt werden. Die Eltern lernen weiterhin, dass das Schaukeln eine Möglichkeit ist, in der ihre Kinder eine Form der Selbstregulation anwenden können. Mit der gesamten Familie sind Material- und Spielerfahrungen möglich. Die Kinder lernen untereinander durch Beobachtung und Nachahmung.

Auch unsere ganz kleinen Patienten fühlen sich im Sand, auf den Rasenflächen, in der Vogelnestschaukel pudelwohl. Die Eltern schätzen die Komplexität der Angebote in unserer Reha-Einrichtung, weil sie sich verstanden und betreut fühlen mit ihren Sorgen und Nöten. Sie vertrauen auf unsere langjährigen Erfahrungen mit CI-versorgten Kindern. Es werden  zeitnah Alltagstipps, Übungsprogramme sowie Beratungen zu Hilfsmitteladaptationen zur Verbesserung der Selbständigkeit gegeben.

Weiterhin hält die Ergotherapie im CIC Hannover als übergeordnete Instanz enge Verbindung zu den ambulanten Praxen für einen fachlichen Austausch aufrecht. Sie ist ein wichtiger Baustein im Fördernetz jedes einzelnen Kindes.

Angewandte Methoden, Konzepte, Therapieinhalte:

  • Wunstorfer Konzept (COPM, Therapiegestaltung und Basistraining, ETET)
  • unter Einbeziehung der ICF (International Classification of Functions)
  • arbeiten in Anlehnung an das Bobath-Konzept, Affolter-Konzept, Forced use
  • Sensorische Integrationstherapie
  • Marburger Konzentrationstraining
  • Körper- und Handprogramm der neuropsychologischen Reorganisation B. Padovan; Gruppentraining nach INPP
  • Entspannungstherapie
  • Basale Stimulation
  • gebärdenunterstützte Therapien
  • Grafomotorik, Linkshänderberatung, Händigkeitsberatung
  • Feinmotoriktraining
  • Alltagstraining
  • Zentrierungs- und Aufpassübungen
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Hilfsmittelberatung
  • Beratung zur computerunterstützten Kommunikation
  • Testverfahren: M-ABC-2, ET6-6, Denver, DEF-TK
  • Augenmotoriktest und Vermittlung an einen Funktionaloptiometristen